Svami Sivananda

Swami Sivananda Saraswati (1887–1963) war ein bedeutender indischer Yoga-Meister und spiritueller Lehrer, der die Divine Life Society gründete. Sein ganzheitlicher Ansatz, bekannt als "Yoga der Synthese", integrierte verschiedene Yoga-Wege, um eine umfassende spirituelle Entwicklung zu fördern.

Leben und Wirken

Geboren als Kuppuswami in Pattamadai, Tamil Nadu, entstammte Sivananda einer orthodoxen Brahmanenfamilie. Er studierte Medizin und praktizierte mehrere Jahre als Arzt in Malaysia. 1923 kehrte er nach Indien zurück, wo er sich in Rishikesh niederließ und unter der Anleitung von Swami Vishwananda Saraswati in den monastischen Orden eintrat. 1936 gründete er die Divine Life Society, um seine Lehren zu verbreiten und spirituelle Suchende zu unterstützen. citeturn0search9

Yoga der Synthese

Swami Sivanandas "Yoga der Synthese" kombiniert verschiedene Yoga-Wege, darunter:

  • Karma Yoga: Der Weg des selbstlosen Handelns.
  • Bhakti Yoga: Der Weg der Hingabe und Liebe zum Göttlichen.
  • Jnana Yoga: Der Weg des Wissens und der Weisheit.
  • Raja Yoga: Der königliche Weg der Meditation und Kontrolle des Geistes.

Dieser integrative Ansatz zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen und eine ganzheitliche spirituelle Praxis zu fördern. 

Einfluss und Vermächtnis

Swami Sivananda verfasste nahezu 300 Bücher zu Themen wie Metaphysik, Yoga, Religion und Philosophie. Seine Schriften betonen die Bedeutung der Praxis über die Theorie und ermutigen dazu, Yoga, Religion und Philosophie im täglichen Leben zu integrieren, um Selbstverwirklichung zu erreichen. Seine Lehren beeinflussten zahlreiche Schüler, darunter Swami Vishnudevananda, der die Internationalen Sivananda Yoga Vedanta Zentren gründete und Yoga im Westen verbreitete. 

Grundprinzipien des Sivananda Yoga

Swami Vishnudevananda, ein direkter Schüler von Swami Sivananda, fasste die Lehren seines Meisters in fünf grundlegenden Prinzipien zusammen:

  1. Richtige Körperübungen (Asanas): Fördern die Flexibilität und Stärke des Körpers.
  2. Richtige Atmung (Pranayama): Verbindet den Körper mit dem Solarplexus, der als Energiespeicher gilt.
  3. Richtige Entspannung (Savasana): Befreit den Körper von Stress und fördert die Effizienz.
  4. Richtige Ernährung: Eine vegetarische, sattwige Ernährung unterstützt die Gesundheit und das geistige Wohlbefinden.
  5. Positives Denken und Meditation (Vedanta und Dhyana): Eliminieren negative Gedankenmuster und fördern inneren Frieden.

Diese Prinzipien dienen als Grundlage für eine ausgewogene und ganzheitliche Yoga-Praxis. 

Durch seine integrative Herangehensweise und sein umfangreiches literarisches Werk hat Swami Sivananda einen nachhaltigen Einfluss auf die weltweite Verbreitung des Yoga und die Entwicklung ganzheitlicher spiritueller Praktiken hinterlassen.